Das Prinzip

Jérôme Ferrari: Das Prinzip
Jérôme Ferrari
Das Prinzip
(Le Principe)
Roman
Auf dem Französischen übersetzt von Christian Ruzicska und Paul Sourzac
Gebunden ohne Schutzumschlag
133 Seiten
€ (D) 19.95 | CHF 27.90 (UVP) | € (A) 20.60
ISBN 978-3905951653
Warengruppe 1112
Lieferbar in 2. Auflage

Leseprobe   Pressestimmen

»Mit reinem Genuss zu lesen.«
Elke Schmitter, Der Spiegel

Helgoland, frühe Zwanziger Jahre: Werner Heisenberg formuliert die Theorie der Unschärferelation und hebt damit die Gesetze der klassischen Physik ebenso aus den Angeln wie das über Jahrhunderte wissenschaftlich geschärfte Weltbild. Ausgehend von dieser Verunsicherung macht Jérôme Ferrari in seinem Roman Verbindungslinien sichtbar, die seitdem Physik und Wissenschaft, Sprache und Literatur, Kultur und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erschüttern. Er schildert, wie die Nationalsozialsten die Sprache vergiften und mit ihrem Terror das politische und kulturelle Leben bis in den tiefsten Kern zersetzen, wie Wissenschaftler eine Dekade später die erste Nuklearbombe in New Mexico testen und keine vier Wochen später der Tod sein neues Gesicht in Hiroshima zeigt, wo die Mächte aus dem Inneren des Atoms kaum einen Schatten von den Menschen übrig lassen, und wie im neuen Millennium Dubai zu einer im Rausch des Wachstums berstenden Stadt wird, ein kaltes, Energie verschlingendes Monstrum, das sich ganz der Ideologie der Machbarkeit hingibt, mit der etwas so schnell entsteht, wie es in der Krise vergeht. Mit der Kraft der Metapher und dem notwendigen Schweigen spannt Ferrari einen poetischen Bogen über die Auflösungsprozesse und Entgrenzungen der vergangenen hundert Jahre. Entlang des streitbaren Lebens von Werner Heisenberg – von seiner bahnbrechenden Entdeckung über seine Verstrickung mit dem Nationalsozialismus, die Internierung in Farm Hall bis zu seiner berühmten Münchener Rede 1953 – beschreibt er, wie dem Menschen die Welt entgleitet und wirkmächtige, unkontrollierbare Prozesse Wirklichkeiten und Wahrheiten produzieren.

 

Interview mit Barbara Wahlster vom 15. März 2015 auf dem Blauen Sofa während der Leipziger Buchmesse.

 

In Quantenphysik steckt Literatur, Interview mit Julian Weber (taz) vom 1. März 2015