Nach seinem Bilde

Nach seinem Bilde

Nach seinem Bilde
Roman (À Son Image)
Aus dem Französischen übersetzt von Christian Ruzicska
Gebunden ohne Schutzumschlag
Etwa 208 Seiten
ISBN 978-3-906910-63-5
ISBN 978-3-906910-72-7 (E-Book)
€ (D) 20.00 I CHF 25.00 (UVP) I € (A) 20.50
Warengruppe 1112
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Erschütternd, im besten Sinne.
Elke Schmitter, Der Spiegel

Antonia, eine junge Fotografin, trifft auf Korsika eines Abends unerwartet auf den Söldner Dragan, den sie Jahre zuvor im Jugoslawienkrieg kennengelernt hat. Nach Stunden intensiver Unterhaltung entscheidet sich die junge Frau heim in die Berge zu fahren und verunglückt tödlich.
Die Totenmesse wird von ihrem Onkel, einem Priester abgehalten. Um seine unendliche Trauer über den Tod der innig geliebten Nichte im Zaum zu halten, entscheidet er sich für die strikte Einhaltung der Regeln der Liturgie. Im Glutofen der kleinen Kirche aber steigen Bilder der Erinnerung aus dem Leben der Verstorbenen auf ... . Sie führen vom militanten Nationalismus auf Korsika über die verheerenden Kriege des 20. Jahrhunderts ins Herz der Frage nach der menschlichen Existenz, dem Glauben, der Macht von Politik und bringen unsere Vorstellung von Zeit, Wirklichkeit und Tod ins Wanken.
Jérôme Ferrari nutzt die fiktionalen Fotografien seiner Heldin und die historisch verbürgten Bilder zweier Kriegsfotografen, um den modernen Menschen zerrissen zwischen Hoffnung und Grauen zu zeichnen. Verlorenheit, Nächstenliebe, christlicher Glaube, Macht und Menschlichkeit bilden die Pole seiner Erzählung, in der es ihm gelingt, unsere Gefühle zu unserer heutigen Welt und die daraus gewonnenen Vorstellungen von ihr  ins Wanken zu bringen. Nach ihrem Bilde ist ein literarisches Kleinod über die »unentrinnbare Niederlage des Menschen«  und zugleich ein Roman über die Triebkräfte des Menschen, zu denen die immer wieder enttäuschte Hoffnung auf ein besseres Leben ebenso gehört wie der unveränderliche Drang nach Macht und ein unverbesserlicher Egoismus. Seine radikalen Perspektive auf die Vergeblichkeit des menschlichen Tuns hält Jérôme Ferrari die Schönheit der Sprache entgegen und erweist sich damit einmal mehr als großer Stilist unserer Zeit.