Moralische und vermischte Sendschreiben (Femmes de Lettres, Bd. 2)

Moralische und vermischte Sendschreiben (Femmes de Lettres, Bd. 2)

Moralische und vermischte Sendschreiben –
Ausgewählte Texte
(Reihe Femmes de Lettres, Band 2)
Herausgegeben von Astrid Dröse
unter Mitarbeit von Marisa Irawan
238 Seiten, gebunden ohne Schutzumschlag
ISBN: 978-3-906910-69-7
€ (D) 20.00 I CHF 25.00 (UVP) I € (A) 20.50
Warengruppe 1111
Lieferbar

Das Ebenbild der deutschen Scüdery.
Inschrift auf einem Kupferstich von Georg Daniel Heumann

Christiana Mariana von Ziegler (1695–1760) gilt als eine der bemerkenswertesten Vertreterinnen des europäischen Aufklärungsfeminismus. Der vorliegende Band versammelt eine repräsentative Auswahl ihrer Schriften, mit der sich die von der Universität Wittenberg 1737 zur »Poeta laureata« gekrönte Autorin für die Bildung der Frau einsetzt – eine Forderung, die sie naturrechtlich mit der Gleichwertigkeit der Geschlechter begründet. Von ihren Zeitgenossen bewundert für ihren intellektuellen Scharfsinn, ihre rhetorische, poetische und musikalische Begabung, fand sie unter anderem in Johann Sebastian Bach, der neun ihrer Kantaten vertonte, aber auch in Johann Christoph Gottsched, der sie als erstes weibliches Mitglied in seine »Deutsche Gesellschaft« aufnahm, wichtige Mitstreiter.
Nach dem Tod ihres zweiten Mannes und ihrer beiden Töchter publizierte Christiana Mariana von Ziegler, die aufgrund ihrer Vermögensverhältnisse ein für ihre Zeit untypisch selbstbestimmtes Leben als unabhängige Frau führen konnte, drei große poetische Sammlungen. Mit Übertragungen aus dem Französischen, darunter vor allem Madeleine de Scudérys Conversations Morales, setztE sie sich darüber hinaus als europäische Denkerin für die Verbreitung eines weiblichen künstlerischen Schaffens ein. Dabei wurde ihr literarisch-musikalischer Salon in Leipzig zu einem Begegnungsort von Bürgerschaft, Gelehrten und Künstlern.
Der nun vorliegende Band möchte dazu beitragen, Christiana Mariana von Ziegler nicht nur als Dichterin und Denkerin, sondern auch als Mitbegründerin der deutschen Salonkultur und somit als entscheidende Figur weiblicher Autonomie auf dem Gebiet der Künste wieder bekannt zu machen.